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Kiten am Salzhaff Salzhaff · Ostsee 11 kn SW

Naturschutz und Regeln

Das Salzhaff ist Vogelschutzgebiet. Gekitet wird hier trotzdem – aber nicht überall.

Die Kurzfassung

Das gesamte Salzhaff liegt im Europäischen Vogelschutzgebiet Wismarbucht. Für Wassersport gilt deshalb keine allgemeine Freiheit, sondern eine Zonierung: Es gibt Flächen, auf denen gefahren wird, und Bereiche, die dauerhaft tabu sind.

Gekitet wird im Bereich vor Pepelow/Boiensdorf. Die Befahrensregeln weisen dort vom 1. Mai bis 15. September eine Fläche aus, auf der Surfen, Kiten und SUP erlaubt sind.

Vom 16. September bis 30. April gibt es diese Fläche nicht. Dann zählt dasselbe Wasser zu den empfindlichen Bereichen, die man meiden soll – dann sind die Rastvögel da. Ein Verbot ist das nicht: Die Vereinbarung ist freiwillig. Eine Bitte ist es schon.

Tabu sind die Halbinsel Wustrow, die Wasserfläche der Kroy und der Kieler Ort – dort ist wassersportliche Nutzung ausgeschlossen. Ebenfalls zu meiden: das Blengower Windwatt zwischen Rerik und Roggow.

Warum das so ist

Das Salzhaff ist Rast- und Brutgebiet für Wat- und Wasservögel. Für viele Arten ist es kein netter Zusatzlebensraum, sondern eine der wenigen verbliebenen Flächen an dieser Küste, auf denen sie ungestört fressen und brüten können.

Ein Kite ist aus Vogelperspektive ein sehr großer, sehr schneller Greifvogel. Die Tiere fliegen auf, noch bevor ein Mensch überhaupt in ihre Nähe kommt – und jedes Auffliegen kostet Energiereserven, die im Zug oder in der Brut fehlen. Genau deshalb sind die Grenzen großzügiger gezogen, als es einem beim Blick aufs leere Wasser einleuchtet.

Die Rechnung ist einfach: Wo Störungen zunehmen, wird nachgeschärft. Reviere sind an dieser Küste schon enger gefasst worden – Rücksicht ist also nicht nur Anstand, sondern Eigennutz.

Verhalten auf dem Wasser

Rechtliche Grundlage

Maßgeblich sind die Naturschutzgebietsverordnungen, die Befahrensregeln für die Wismarbucht sowie die Freiwillige Vereinbarung Naturschutz, Wassersport und Angeln in der Wismarbucht – geschlossen 2005 zwischen dem Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern, den Landessportverbänden und den Vereinen der Wismarbucht. Verbindlich sind davon die Naturschutzgebiete; die Zonierung selbst beruht auf Freiwilligkeit.

Bitte im Zweifel selbst prüfen. Zonen können angepasst werden, und dieser Text ist eine Orientierung – keine amtliche Auskunft. Die verbindlichen Angaben und Karten findest du beim Naturschutzprojekt Wismarbucht. Vor Ort gelten außerdem die aufgestellten Beschilderungen.